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  • Wohnüberbauung Haldenacher


    Bauherrschaft:                  Baugenossenschaft Milchbuck

    Team Neuland:                  Ioulia Goula, Caroline Thomas, Maria Viñé

    Architektur:                       Bauart Architekten und Planer AG

    Planung und Realisation:   2016-2020

     

    Die Überbauung mit zwei Mehrfamilienhäusern liegt zentral gegenüber vom Bahnhof Birmensdorf an einer steilen Südlage in unmittelbarerer Nähe des Reppischufers. Die ausgeprägte Topografie ist eine der zentralen Rahmenbedingungen und stellt in Kombination mit der knappen Aussenraumfläche eine grosse Herausforderung an die Freiraumgestaltung dar. Die Neubauten reihen sich entlang der Zürcherstrasse auf und gliedern die Parzelle in eine urbanere zur Strasse orientierten Front und der nach Süden orientierten Rückseite mit Weitsicht auf das Reppischtal und die anschliessenden Wiesenfelder und Landwirtschaftsflächen. Diese Dualität zwischen Strassenraum und naturnahem Landschaftsraum ist ein zentrales Thema des Projekts. 

    Zwei komplementäre Strategien etablieren Aufenthaltsbereiche in der steilen Hanglage: Geländeabgrabungen, die von teils raumhohen Stützmauern abgefangen werden, ermöglichen die Bildung von horizontalen gemeinschaftlichen Platzsituationen. Im Süden der Parzelle werden die Böschungen mit Spielelementen zu naturnahen Spielhängen umfunktioniert. So entsteht eine Sequenz von höhenversetzten Begegnungsorten mit einem interessanten Wechselspiel aus Enge und Weite.

    Ein Streifen entlang des Trottoirs an der Zürcherstrasse mit Längsparkplätzen, Velostellplätzen und drei höhenversetzten Areal-Zugängen bildet den Auftakt zum Areal. Von hier aus durchquert das Wegenetz auf mehreren Ebenen das Gelände und erschließt die Eingänge sowie die diversen Aufenthalts- und Spielplätze. Eine strassenbegleitende Stützmauer, die in ihrer Höhe variiert, fungiert hangseitig als räumlicher Abschluss. In der Mitte der Anlage wird sie raumhaltig und integriert in einer Nische die Velostellplätze. Zwischen den Gebäuden befindet sich ein zentraler patioartiger Begegnungsplatz. Mit seiner gegenüber der Strasse versenkten Lage vermag er an diesem exponierten Ort zwischen Bahnhof und Ortszentrum den nötigen Grad an Privatheit für die Siedlung zu garantieren. Der Blick von der Zürcherstrasse fällt auf den zentralen Gemeinschaftsplatz mit Spielbereich, der gleichzeitig den Blick zum Reppischufer öffnet. Eine Ebene tiefer setzt sich der Spielbereich in der Böschung fort und bietet den Kindern eine abwechslungsreiche Abfolge von Spielgeräten in einer naturnahen Spiellandschaft. Kleine Wegaufweitungen gesäumt von Sitzbänken erweitern an verschiedensten Orten des Areals das Angebot von gemeinschaftlichen Zonen mit informellen Begegnungszonen.

    Der Kontext am Fusse des Uetlibergs und die unmittelbare Nachbarschaft zu Obstwiesenfeldern kommt in der Wahl der Vegetation aus einheimischen Waldgehölzen und Zierobstbäumen zum Ausdruck. Ein Staudensaum um Gebäude und Gartensitzplätze, ergibt eine heterogene aber farblich abgestimmte Komposition. Für die unterschiedlichen Lagen, von sonnig- bis schattig, werden standortgerechte Stauden verwendet, die trotz verschiedener Standortbedingungen ein ähnliches Aussehen haben. So bietet der Staudensaum ein durchgehendes Erscheinungsbild. Unterschiedliche Blütezeiten und Herbstfärbungen bringen saisonale Veränderungen zum Ausdruck.