Altersresidenz Läbespark
Bauherrschaft: Genossenschaft Siedlung Läbespark, Biberist
Team Neuland: Stefanos Petrou, Maria Viñé)
Architektur: Phalt Architekten AG, Zürich und Solothurn
Planung und Realisation: 2020-2025
Das Areal der Genossenschaft Läbespark Biberist an der Blümlisalpstrasse besitzt heute schon prägnante freiräumliche Qualitäten. Die mit dem Neubau einhergehenden Interventionen im Aussenraum stellen eine grosse Chance dar, das vorhandene Potential des Ortes bedeutend zu stärken. Dabei werden die drei vorhandenen Freiraumtypoligien noch deutlicher differenziert und aufgewertet:
1. Die Piazza
Der bestehende Hauptzugang auf das Areal führt momentan über einen Parkplatz. Mit dem Neubau erfolgt eine Klärung und Aufwertung der Eingangssituation mit besserer Orientierung. Der neue Areal-Zugang, welcher die funktionalen Bedürfnisse an Verkehr und Infrastruktur immer noch leisten kann, fungiert trotzdem klar als Platz und Aufenthaltsort. Eine angemessene repräsentative Gestaltung mit einem Baumdach, Sitzgelegenheiten und einer Bocciabahn soll dem Rechnung tragen. Die Terrasse des Restaurants ist ebenfalls auf diese Piazza ausgerichtet und trägt zu dessen Belebung bei. Die Parkplätze werden in reduzierter Anzahl verlagert und peripher angeordnet.
2. Strassenraum
Der parkartige Charakter des Innenhofs soll sich bis zum öffentlichen Strassenraum erstrecken. Der Raum zwischen Neubau und Strasse soll dies entsprechend zum Ausdruck bringen und wird dafür in eine üppige Begrünung mit punktuellen Einzelbäumen sowie Baumgruppen eingebettet. Der Rhythmus der Baumsetzung dient zur Akzentuierung der drei Gebäudezugänge. Eine subtile topographische Modellierung des Terrains unterstützt den parkartigen Charakter und dient auch als Sichtschutz für die Erdgeschosswohnungen. Vor jedem Gebäudezugang entsteht eine räumliche Aufweitung mit Sitzgelegenheit und gedeckten Velostellplätzen.
3. Parkartige Hofoase
Die starke Ausstrahlung des parkartigen Innenhofs, der mit seiner zentralen Wasserfläche wie eine Oase anmutet, gilt es unbedingt zu erhalten. Aktuell ist der Hof fast hinter den Parkplätzen versteckt und nicht leicht auffindbar. Das nördliche Gebäude wird sogar durch die Erschliessungsachse davon abgekoppelt. Im vorliegenden Vorschlag wird der Grünraum bis zur arealinternen Verbindungsachse vorgezogen, sodass es von der Piazza eine direkte Sicht- und ebenso Wegverbindungen gibt, um die Qualität dieses Hofraums schon vom Eingang des Areals zu erahnen. Durch den Verzicht auf private Gartensitzplätze kann sich der Park mit der Wiesenfläche bis an die Gebäudefassaden ausweiten. Seine Grosszügigkeit wird erhalten und gestärkt.
Insgesamt soll der Anteil an begrünten Flächen vergrössert und der Versiegelungsgrad deutlich reduziert werden. Die Verbindungsachse im Norden soll nicht als Verkehrsfläche oder als Strasse in Erscheinung treten, sondern sich mittels eines einheitlichen Belags in die Platzgestaltung integrieren. Elemente wie lineare Entwässerungsrinnen oder Randabschlüsse sollen subtil den Fahrbereich markieren.
Das parkartige Areal soll einerseits seinen Bewohnern eine leichte Orientierung bieten, gleichzeitig soll es die Möglichkeit von kleinen Nischen und Aufenthaltsstationen ermöglichen. Vegetationskissen aus Stauden und Wildstauden tragen dazu bei gemeinschaftliche Aufenthaltszonen räumlich zu definieren und Geborgenheit zu evozieren, ohne die Sichtbezüge zu verstellen. Punktuelle Wegaufweitungen mit Sitzgelegenheiten können als informelle Treffpunkte das Gemeinschaftsgefühl fördern.