Erweiterungsbau Privatklinik Clienia, 2. Rang
Studienauftrag Privatklinik Littenheid
Architektur: Phalt Architekten AG
Das Gelände der Privatklinik Littenheid liegt inmitten eines idyllischen Landschaftsraums, dessen Tallage zwischen zwei Waldzügen einmalige Ausblicke auf grosszügige Wiesenflächen und Hanglagen bietet. Dieser rurale Landschaftsraum geht im Zentrum der Anlage Littenheid in einen parkartigen repräsentativen Aussenbereich mit diversen Solitärbaumpflanzungen über.
Das Gelände liegt inmitten einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne und wird dementsprechend von feuchten Bodenverhältnissen geprägt. An die Stelle des bestehenden Weihers wird das neue Empfangsgebäude platziert. Es konfiguriert im Zusammenspiel mit der Cafeteria und dem nordwestlichen Gebäude einen grosszügigen Platz, der zum neuen Zentrum der Anlage Littenheid wird. Die Grosszügigkeit und Überschaubarkeit dieses neuen Platzes mit seiner regelmässigen und geringen Neigung unterstützen seine zentrale Verteilerrolle: hier am Empfangsgebäude werden Patienten und Gäste empfangen, bevor sie zu ihrer Destination auf dem Gelände gelangen. Seine Materialisierung mit Pflasterstein knüpft an den ruralen, dörflichen Charakter der Umgebung an. Südöstlich davon wird auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Neubau für den Patiententrakt vorgesehen. Dieser ist zwar über direkte eindeutige Wegverbindungen an das neue Zentrum der Anlage angeschlossen, jedoch verleiht ihm die ihn umgebende Vegetation einen intimeren und zurückgezogenen Charakter.
Das transparente bestehende Wegsystem des campusartigen Geländes soll weiter geführt und gestärkt werden. Aus dieser Absicht heraus sind es die Wegverbindungen, welche das Layout der gestalteten Flächen und die Grenzen zwischen Hartbelägen und Vegetationsflächen vorgeben. So entstehen „inselförmige Zonen“ zwischen den Wegverbindungen, die einserseits Vegetationselemente, kleine Baumgruppen und Sitzbankelemente konzentrieren und so zu wichtigen akzentsetzenden und raumbildenden Elementen werden. Durch subtile topographische Modellierungen, bzw. Vertiefungen im Bereich dieser Zonen entstehen diverse Retentionsflächen, in denen sich Wasser anstauen kann.
Um dem Kontext des Flachmoores mit seinen feuchten Bodenverhältnissen Rechnung zu tragen, werden Vegetationsflächen mit verschiedenen Seggen, Hirsen und Pfeifengrasarten bepflanzt. Ebenso werden diverse Einzelbäume oder kleinere Baumgruppen aus Birken oder Föhren z.B. vorgesehen.
Die Eingriff in der Aussenraumgestaltung ist um den zentralen Platz am stärksten, demgegenüber reduziert sich der Eingriff im Bereich des neuen Patiententrakts auf dessen Eingangsbereich und den Anschluss an den Strassenraum, um so den Aussenraum im Südosten fliessend in die umgebende Wiesenlandschaft übergehen zu lassen.